29. Mai 2017

A. M. Dean: Die Verlorene Bibliothek

Verschwörung in den allerhöchsten politischen Rängen, jahrhundertealte Geheimgesellschaft

So ähnlich hätte vermutlich die Regenbogenpresse darauf reagiert, wenn die Geschichte wirklich passiert wäre.

Wie es in „Thrillern“ rund um Verschwörungsgeschichten üblich ist, macht sich Emily Wess, junge Historikerin mit guten Zukunftsaussichten in der wissenschaftlichen Welt, auf eine gigantische Schnitzeljagd, die sie von hinweis zu Hinweis bis zum Finale diese Buches führt. Wieder einmal ist es diese Einzelperson mit speziellem Wissen, die mit mysteriösen Hinweisen umzugehen weiß und der Hilfe weniger Freunde gegen eine schier übermächtige geheime Gesellschaft ins feld zieht, ohne zu ahnen, gegen wen und für welches Ziel sie nun auf die Reise geht.

Die Reise führt aus dem geborgenen Leben einer Fernbeziehung von Amerika zunächst nach Oxford, einem gehobenen Hort gesammelten Wissens in Europa nach Ägypten zur Bibliotheca Alexandrina, wo die geheimen Bibliothekare der als zerstört geltenden und ihres Wissens beraubten antiken Bibliothek von Alexandria noch immer in deren Geist der Wissenssammlung und ethisch orientierten Beeinflussung des Weltgeschehens nachgehen.

In dieser Abenteuergeschichte geht Emily Wess vielen Hinweisen nach, die der Bewahrer der geheimen Bibliothek, Arno Holmstrand ihr im Wissen um seine bevorstehende Ermordung hinterlassen hat. Es erscheint wenig schlüssig, wie diese junge Wissenschaftlerin mit der Verschwörung gegen den amerikanischen Präsidenten zusammenhängt. Warum jagt die geheime Gesellschaft Emily, wenn doch der erfolgreiche Coup in Amerika so kurz bevorsteht?

Wenn man von diesen Fragen nach Logik und Wahrscheinlichkeit absieht, kann man mit der geheimen Bibliothek eine muntere, nicht so sehr in die Tiefe gehende Schnitzeljagd mit gelegentlichen Morden und Mordversuchen verfolgen, in deren Ablauf historische Begebenheiten, wunderbare Bücherräume und atmosphärische Reisen beschrieben werden. Die Schnitzeljagd ist kurzweilig und hat ihre spannenden Momente.

A.M. Dean soll laut Lübbe Verlag  einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Antiken Kulturen und Religionsgeschichte sein und an vielen renommierten Universitäten gelehrt haben. Insbesondere seine Beschreibungen der antiken Bibliothek sind vielleicht deswegen hochinteressant gelungen.

Ich finde die verlorene Bibliothek sehr kurzweilig und bin tatsächlich gespannt auf das nächste Abenteuer von Emily Wess.

A. M. DEAN

DIE VERLORENE BIBLIOTHEK

Über Klaus Daniel 131 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.

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