23. Juli 2017

Ernst Peter Fischer: Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie

Der Wald
Geheimnisvoller Wald

Die 50 besten Erkenntnisse der Wissenschaft von Galilei bis Einstein

Puhhh, und vieles habe ich nicht verstanden. aber erst mal das Buch:

Foto: VerlagErnst Peter Fischer, so teilt der Verlag mit, ist ein renommierter Wissenschaftshistoriker. In dem Buch „Noch wichtiger als Wissen ist die Phantasie“ beschreibt er, dass das Wissen hochwichtig ist, dass aber Neugierde und Vorstellungsvermögen – also Phantasie – der Antrieb von Forschern sind.

„In der Wissenschaft werden die tiefgehenden Dinge nicht gefunden, weil sie nützlich sind, sondern weil es möglich war, sie zu finden.“

J. Robert Oppenheimer

Fischer porträtiert allgemein bekannte und möglicherweise unbekannte  Wissenschaftlerinnen aus aller Welt und unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen, nach denen er den Inhalt des Buches geordnet hat. Fischer führt Erkenntnisse verschiedener Wissenschaften auf und erzählt Weniges, aber oft Prägnantes über die Menschen hinter Theorien und Erkenntnissen.

In  unterschiedlichen Kapiteln werden auf etwa 6 Seiten jeweils Wissenschaftlerinnen, ihre Leitgedanken und wissenschaftlichen Ideen vorgestellt. Interessanterweise beginnt jedes Kapitel mit einem besonderen Zitat aus dem Werk des/der jeweiligen WissenschaftlerIn, das mich je nach meinem Kenntnisstand oder Interesse oft direkt zur nächsten Suchmaschine führte 😉

Interessant ist zudem, dass Fischer die Texte nicht wahllos, sondern in Bezug zueinander anordnet. Er zeigt Entwicklungen gemachten Wissens auf, und teilt mit, wer auf wessen Erkenntnisse aufgebaut hat. Als Leser erhalte ich einen Eindruck davon, dass Spartenwissen nicht isoliert bestehen kann, sondern Wissenschaften und wissenschaftliche Erkenntnisse als System ihre völlige Wirksamkeit entfalten können.

Fischer regt an.

Er regt an, weiter zu lesen, zu entdecken und Wissen weiter zu vertiefen. Die Zitate, die er den Autoren – Aufsätzen voranstellt, geben Auskunft über Grundsatz, Ansatz, Denken, Philosophie oder Haltung des Forschenden. Für jemanden, der neugierig ist, sind dies Appetithappen, die Wissenshunger erzeugen.

Als ausgewiesenem Freund seiner Entwicklungstheorien gefallen mir der Artikel über Piaget und das entsprechend vorangestellte Zitat besonders:

„Kind bleiben bis zum Ende. Die Kindheit ist das eigentliche Stadium der Kreativität. ( … ) Alles, was man dem Kind beibringt, kann es nicht selbst erfinden oder entdecken.“

Eine besondere Mahnung an das aktuelle Bildungssystem, wie ich finde!

Fischer benennt weniger bekannte und sehr bekannte ForscherInnen. Manches mag schon bekannt sein, in dieser Fülle und Bandbreite empfinde ich dies gerade sehr positiv, da es mir eine Einordnung in ein größeres Ganzes ermöglicht.

„Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie“ ist für mich kein Buch zum „herunter“ – lesen. Dadurch, dass es Anlass zum Nach – Forschen bietet, hat es mir Lese- und Entdeckerspaß über Wochen gebracht. Und mit dem Kapitel über Alexander von Humboldt gibt es sowohl ein Zitat, das absolut in die heutige Situation in Deutschland passt:

„Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben.“

 

– als auch eine Anknüpfung an das aktuelle Leseprojekt von Andrea.

 

Ernst Peter Fischer:

Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie

penguin Verlag

ISBN: 978-3-328-11111-5

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Über Klaus Daniel 138 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.

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