23. Oktober 2017

Hört doch auf zu jammern! Die Sache mit dem SuB

Schon wieder lese ich von einer Leserin, die ihren SuB abbauen will, indem sie die Bücher entsorgt. Sie weiß noch nicht, ob verschenken oder wegwerfen das Richtige ist. Sie hat in verschiedenen Blogs herumgeguckt und herausgefunden, wie andere Blogger*innen ihre SUB verringern. Überraschung: Die Leute lesen (manchmal mehr), kaufen weniger, oder sie lassen sich keine Bücher schenken. mein Freund Björn könnte jetzt so ein schönes entsetztes langgezogenes Waaaaaas? fragen.

Ich verstehe das Problem SUB gar nicht.

Mir ist es eigentlich egal, wie viele Bücher ich noch nicht gelesen habe. Schließlich habe ich keinen SuB (ist sowieso eine komische Bezeichnung), ich stapele auch ungerne Bücher. Mein Präsenzbestand umfasst gelesene und zu lesende Bücher. Und ich habe in mehreren Räumen  Bücher liegen oder stehen, damit ich direkt loslesen kann, wenn ich will.

Wenn dann manche*r jammert, es sei doch soo viel Geld, das sie/er ausgibt, dann soll er/sie einfach weniger kaufen. Oder sich überlegen wofür sie/er Geld ausgibt. Oder aufhören zu jammern und sich am Bücherschatz erfreuen. Eigentlich könnte es mir auch egal sein.

Aber genervt bin ich doch. Wieso kauft jemand Bücher, um sie wegzuwerfen?  (Wirklich entsetztes Luftholen)

Eine Ursache, warum manche Menschen mehr Bücher haben, als sie möchten, ist übrigens die: Kaufen lässt das Gehirn Endorphine ausschütten. Der kaufberauschte Mensch fühlt sich glücklicher. Das funktioniert auch beim Schokolade- oder Bananenessen, Bananen mit Schokolade sind also schon sehr Glückshormonausschüttfreudig. Vielleicht sollten sich SuB – Jammerer*innen ein Buch über geeignete Entwöhnungstherapien kaufen. 😉

Eine andere Ursache kann ein Sammelwahn sein.  Aber muss ein Büchersammelwahn schlecht sein? Doch eigentlich nur, wenn Mensch über dem Buch verhungert. Soweit wird es doch niemand kommen lassen, oder?

Wie kommt es, dass sich Menschen erst Bücher kaufen und dann daraus einen emotionalen Negativdruck entwickeln? (Verflixt, ich  habe versucht im Netz etwas schlaues zu lesen und habe einige Buchempfehlungen gefunden …)

Ich weiß nicht, wie das funktioniert, vielleicht sollte das Thema SuB mal heruntergekocht werden. Ich habe gelernt, dass, wenn ich satt zum Einkaufen gehe, ich weniger einkaufe (oder weniger dem Kaufzwang unterliege). Vielleicht hilft diese Erkenntnis der Einen oder dem Anderen: Geht am besten erst in das Buchgeschäft, wenn ihr gerade eine Geschichte gelesen habt, an der ihr (lese-) satt geworden seid. Oder stöbert Schuhe und keine Bücher – aber wie heißt dann der Stapel ungetragener Schuhe?

„.. stört euch nicht an eurem Präsenzbestand, sondern erfreut Euch.“

Wenn Ihr aber nun doch Bücher loswerden müsst, schickt sie mir, ich übernehme sie in meinen Präsenzbestand oder gebe sie weiter an andere lesebedürftige Mitmenschen.

Weitere Wege um gelesenen oder ungelesenen Bücher loswerden zu können, führen natürlich ebenfalls zu anderen, vielleicht neuen Leser*innenkreisen. Hier nenne ich ein paar Möglichkeiten.

  • Der Lions – Club in Hamm verkauft zweimal im Jahr an einem Büchertisch Bücher und verwendet das Geld für soziale Zwecke. Bücherspenden werden gerne genommen.
  • Einen Spaß der besonderen Art bieten die BookCrossers. BookCrossers registrieren ihre Bücher auf der Webseite, so dass jedes Buch eine eigene BCID (BookCrossingIDnumber) hat. Damit wird das Buch gekennzeichnet (handschriftlich, Etikett, wie auch immer). Anhand dieser Nummer kann derjenige, der ein freigelassenes Buch findet, auf www.BookCrossing.com nachschauen, wer das Buch freigelassen hat und wo es schon überall gewesen ist. Selber kann man auch noch einen Eintrag zu diesem Buch machen, so dass die anderen BookCrosser wissen, dass es dem Buch gut geht. Nachdem man es dann gelesen hat (oder auch nicht), lässt man selber das Buch wieder frei. Das heißt z.B. in einer Kneipe, in der Bahn oder im Park liegen lassen, damit andere es finden können – oder an einen Freund oder Bekannten weitergeben.
  • Das Tierheim in Münster führt an jedem ersten Samstag im Monat von 11 – 17 Uhr (außer im Januar) einen Bücher- und Krammarkt durch. Auch hier werden Bücherspenden sehr gemocht. Vielleicht kann gleichzeitig noch einer/m der tierischen Bewohner*innen eine neue Vertrauensperson finden, kraulen beim Lesen bringt die Glücksgefühle auch zum Schwingen.

 

Oh, wo ich gerade sehe, dass der Büchermarkt in Münster am kommenden Samstag auch stattfindet …

Aber, dass keine*r jammert, wenn beim Büchermarkt weniger Bücher hin als her getragen werden 😉

Ach ja, zur Frankfurter Buchmesse komme ich mit einem großen Auto!

Über Klaus Daniel 148 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.

3 Kommentare zu Hört doch auf zu jammern! Die Sache mit dem SuB

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