23. Juli 2017

Holly – Jane Rahlens: Federflüstern

Sehr Merkwürdig

Cover Federfluestern

Oliver ist gar nicht mehr allergisch, sein Bruder Thilo raucht plötzlich und seine Akne ist abgeheilt. Iris bekommt ganz plötzlich eine Zahnspange und Rosa findet die „Teen – Chroniken“ in keinem Bücherverzeichnis, obwohl sie sich daran erinnern kann, diese Serie schon gelesen zu haben.

Die Welt um Oliver, Iris und Rosa scheint sich auf geheimnisvolle Weise verändert zu haben, ohne dass Ihnen aufgefallen ist, wann oder wie genau diese Veränderungen eingetreten sind.

Und dann ist da dieses Gefühl, als wäre an dem Geräteschuppen etwas ganz besonders.

„Du scheinst ja ganz fasziniert von dem Geräteschuppen zu sein“, sagte sie zu Oliver. „Da ist er nicht der Einzige“, sagte Rosa. „Irgendwas an diesem Schuppen ist unheimlich, und zwar seit dem Gewittersturm letzte Woche. Weißt du noch?“

Noch bevor Oliver, Iris und Rosa die Rätsel ihrer veränderten Welt lösen können, zu denen immer noch Einige hinzu kommen (wieso kommt Ihnen Lucia, das Mädchen, das die Buchhändlerin Cornelia besucht, so bekannt vor?) geraten Sie, natürlich durch den Geräteschuppen, in ihr nächstes Abenteuer.

Sie reisen durch die Zeit in das Jahr 1891. Langsam kehren bei dem Trio die Erinnerungen an ihr erstes gemeinsames Abenteuer zurück. Und Ihnen fällt auch wieder ein, woher sie Lucia kennen, das Mädchen, dass mit Ihnen in das Berlin von 1891 gereist ist, wo sie von der Polizei verfolgt werden und …. Mark Twain treffen, der Ihnen wider ihre Erwartung ihre Zeitreise – Geschichte glaubt. Und nicht nur das. Twain macht ihnen Mut zu hoffen, dass alles gut wird, wenn sie nur zusammenhalten:

„Heute musste ich an etwas denken, was mein Freund (Charles) Darwin einmal gesagt hat. Ich zitiere: – In der langen Geschichte der Menschheit (und auch in der Tierwelt) haben immer jene Gruppen die Oberhand behalten, die gelernt haben zusammenzuarbeiten und zu improvisieren.“

Rosa, Iris, Oliver und Lucia halten zusammen, lernen miteinander zu improvisieren und erhalten Hilfe von völlig unerwarteter Seite.

Holly – Jane Rahlens hat es wieder geschafft

Ich hatte in meiner Besprechung des ersten Abenteuers von Oliver, Iris und Rosa (Bätterrauschen)  geschrieben:

„…in der es mit großem Tempo immer nur in eine Richtung geht – nach vorne – und weiß, ich muss das Folgebuch haben.“

Jetzt kann ich sagen: Meine Erwartungen wurden übertroffen. Holly – Jane Rahlens erzählt noch dichter, die Geschichte ist näher. Nachdem die Kinder in „Blätterrauschen“ in eine ferne Zukunft gereist sind, geht es nun in die Vergangenheit. Rahlens hat wieder gut recherchiert und eine Szenerie so beschrieben, dass ich nicht die Augen schließen muss, um sie mir vorzustellen. Es ist wunderbar, wie sie Mark Twain zur Figur ihrer Geschichte werden lässt und seine Weltklugheit adaptiert.

Die jungen Helden der Zeitreise wirken gereift und sie nehmen einen wichtigen Rat von Mark Twain mit in ihre Zukunft:

„Wir müssen versuchen uns an alles zu erinnern. An Alles – egal, ob es passiert ist oder es nicht passiert ist“

Frau Rahlens vermittelt ihren Leserinnen und Lesern ihre große Freude am Erzählen und Fabulieren und sie vermittelt Respekt und Achtsamkeit für den Anderen. Das gefällt mir sehr.

Federflüstern ist ein wunderbares Jugendbuch geworden, in dem sicher auch viele Erwachsene ein großes Lesevergnügen finden werden.

Herzlichen Dank an Holly – Jane Rahlens, ich muss gleich mal wieder die Abenteuer von Huck und Tom lesen.

Vielen Dank an Rowohlt für das wunderbare Leseexemplar.

 

Holly-Jane Rahlens

Federflüstern

Rowohlt Rotfuchs

ISBN: 978 3 499 21745 6

Über Klaus Daniel 138 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*