23. Oktober 2017

Und immer wird Gastfreundschaft als Geschenk erlebt

Die Welt der Literatur ist groß und bunt – und ebenso die Szene der Literatur- und Buchblogger*innen. Zu diesen Welten gehören Christiane Frohmann und Leander Wattig, die Köpfe von und hinter Orbanism.

Die beiden verfolgen das Ziel,

lebendige Räume für Begegnungen über Filterblasen-Grenzen hinweg zu schaffen und zu fördern. Wir sind davon überzeugt, dass gemeinsame Erlebnisse wichtige Voraussetzungen sind – sowohl für wirtschaftlichen Erfolg als auch für gesellschaftliche Veränderungen.“

Christiane Frohmann betreibt seit 2012 den Frohmann Verlag. Der Großteil der Verlagstitel wird als E-Book veröffentlicht, weil sie, wie auf der Homepage zu lesen ist, im Print undenkbar wären. Zum Verlag gehören die Wissenschaftsreihe Generator, die Reihe KLEINE FORMEN, die gemeinsam mit Asal Dardan und Michaela Maria Müller herausgegebene Reihe An einem Tisch und die genuin digitale Reihe FROHMANN / 0x0a.

Ich hatte (fast will ich schreiben – natürlich) von Leander Wattig gelesen. Er ist einer der in unterschiedlichen Filterblasen vielzitierten Twitterer. Der Orbanism Space (hier ist der link für die FBM17) ist auf der Frankfurter Buchmesse sehr gut angekommen und wird sicher auch in diesem Jahr viel Erfolg haben.

Als ich den Internetauftritt von Orbanism kennen lernte und herausfand, wie überaus umtriebig Christiane und Leander sind, war ich sehr begeistert. Ihr Blog ist umfangreich, tiefschürfend und für mich ein echtes Lesevergnügen. Entdeckt hatte ich Orbanism aber erst vor kurzem über einen Tweet, der auf ein besonderes Blog- und E-Book Projekt hinwies und dazu aufrief, Texte bei Christiane Frohmann einzusenden, in denen Menschen beschreiben, wie sie Gastfreundschaft erlebt haben.

“ #orbanismgastfreundschaft, ein Blog- und Gratis-E-Book-Projekt soll vorsätzlich positive Bilder, Gedanken und Vorstellungen in die Welt und zum Zirkulieren bringen. Die Macher*in von Orbanism, möchten es mit diesem Projekt wieder plausibler machen, dass es zum Menschsein gehört, anderen Freundlichkeit entgegen zu bringen und ihnen in Notsituationen auch Schutz zu gewähren.“

Christiane sammelt viele verschiedene Texte für eine Anthologie, in denen das Erleben von Gastfreundschaft in ihren vielen Facetten beschrieben werden. Diese Texte werden im Frohmann Verlag in immer weiter aktualisierter Form als E-Book aufgelegt und gratis abgegeben. Die erste Ausgabe ist erschienen.

Die Texte sind so unterschiedlich, wie es die Erlebnisse von Gastfreundschaft sind. Sie unterscheiden sich in der Länge und den Erzählweisen und sie sind immer sehr persönliche Erlebnisberichte.

Es wird unter anderem erzählt von einem jungen Mädchen, das verloren im Regen steht, weil es seinen Schlüssel vergessen hat; von einem Paar, das in der Fremde und Dunkelheit nach der Unterkunft sucht und von der jungen Austauschstudentin, die die amerikanischen Gepflogenheiten kennen lernen möchte. Im Buch kann gelesen werden, wie schwierige Situationen durch gastfreundliche Menschen aufgelöst werden, wie langersehnte Gäste aufgenommen werden und wie aus fremden Menschen durch das gemeinsame Erleben Freundinnen und Freunde werden.

„Aus dem Angebot von Gastfreundschaft, aus der schlichten Frage „Wollt Ihr nicht mal vorbeikommen?“ ist Freundschaft, Zuspruch, Gesehenwerden, Ankommen geworden. Und das ist Glück.“

Manchmal wirkt sich das Erlebnis unverhoffter Gastfreundschaft zum kategorialen Erlebnis aus: Stefan bietet, seit er ein wunderbares Angebot erhalten hatte, einen Rückzugsort an:

„Falls etwas eskaliert, entgleist – wäre hier eine mögliche Zuflucht.“

Gastfreundschaft kann ein Bett für eine Nacht sein, das Umsorgen während eines Aufenthaltes, das Verlassen der eigenen Komfortzone für den Gast – manchmal zeigt sich Gastfreundschaft in einer heißen Suppe und prägt damit den Geschmack eines ganzen weiteren Lebens. Die Geschichten in Gastfreundschaft lassen mitfühlen, haben mich gerührt und verbreiten Wärme. Und bei aller Unterschiedlichkeit:

Immer wird Gastfreundschaft als Geschenk erlebt.

Diese Geschenke werden in Band 1, für dessen Herausgabe Christiane Frohmann und Leander Wattig verantwortlich zeichnen, an eine hoffentlich breite Leser*innenschaft weitergegeben von Jacqueline Asadolahzadeh, Hannes Bajohr, Simone Bauer, Zoë Beck, Klaus Daniel, Birte Förster, Tania Folaji, Christiane Frohmann, Maria Jürgensen, Ekkehard Knörer, Wibke Ladwig, Anne Matuschek, Stefan Mesch, Michaela Maria Mueller, Hendrik Neubauer, Steffi Rossdeutscher, Jasmin Schreiber und Cosima Stawenow.

 

Gastfreundschaft, Band 1

Herausgeber*in: Christiane Frohmann, Leander Wattig,

Orbanism Publishing 2017.

Die erste Version der Gastfreundschaft-E-Book-Anthologie ist als ePub und mobi erschienen. Wer sie kostenlos bekommen möchte, bitte Mail an Christiane Frohmann, cf AT orbanism.com schicken.

 

P.S.:

Wer also eine Geschichte zu erzählen hat, die er mit der Welt in Band 2, 3 oder 4 teilen möchte, hier sind die Teilnahmemodalitäten: „…Wir laden euch herzlich ein, uns weitere Texte zum Thema selbst erlebte Gastfreundschaft (Umfang bis 3.000 Zeichen, kann aber auch ganz kurz sein) zu schicken, die wir bloggen und in einer versionierten E-Book-Anthologie bei Orbanism Publishing veröffentlichen dürfen. Wenn Letzteres, etwa aufgrund von Buchverträgen, nicht möglich ist, können wir Texte gern auch nur bloggen. Bitte Text mit Ein-Satz-Bio in der 3. Person, dazu optional ein Link zu eigenem Herzensprojekt, gern auch ein thematisch passendes Foto sowie ein Bild, das euch selbst zeigt (bitte nur Bilder, bei denen ihr die Rechte besitzt) , per Mail an Christiane Frohmann, cf AT orbanism DOT com, senden. – Wir möchten die Rechte an den Texten und ggf. Bildern nicht exklusiv, bitte achtet aber darauf, dass ihr spätere Nutzer auf unser Nutzungsrecht hinweist. Bitte bei diesem Projekt, weil es um persönliche Haltung geht, keine Texte unter Pseudonym einreichen. …“

Eine weitere Rezension gibt es bei Tania Folaji

 

Über Klaus Daniel 148 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.

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