21. April 2019

Christel Noir: Der Engel von Paris

Paris bei Regen
La Tour Eiffel

Mein Lieblingsplot: Paris,

eine einsame Buchhändlerin, und das Happy End klar vor Augen.

Foto: Piper VerlagAber vorher muss noch vieles geklärt werden: Marie, die Buchhändlerin, lebt in Paris, sie hhat den Buchladen ihres Großvaters geerbt und fühlt sich verantwortlich: Für die drei Clochards Jaques, Raymond und Francis, die alle Bücher, die sie auf ihren Gängen durch Paris finden, bei Marie abgeben und so ihr Geld verdienen. Ob die Bücher das wert sind? Für Marie allemal, kann sie doch durch diesen Handel den drei Männern helfen, ihre Würde zu bewahren.

Neben Marie wohnt die jungeNoemi, von ihren Eltern vernachlässigt, muss sie deren ewige Streitigkeiten miterleben. Wenn Marie nicht wäre, die ihr Frühstück und die Liebe zu den Büchern teilt… Die Liebe zu den Büchern teilt auch Emile, der Kriegsveteran und Freund von Marie`s Großvater. Er spricht schon seit über sechzig Jahren nicht mehr, um nicht über die Kriegsereignisse reden zu müssen. Emile verbringt seine Tage lesend in Maries Buchladen.

Marie lebt alleine. Das soll so aber nicht bleiben, dafür wollen ihre Freunde sorgen, als sie sie mit Josh bekannt machen. Josh lebt vom Drehbuchschreiben und pendelt zwischen Los Angeles und Paris und… Josh trauert noch immer um seine Frau Helene, die in einem Moment der Unachtsamkeit einen tragischen Unfalltod erlitten hat. Dann bekommt Marie Besuch von Eloise, ihrem Schutzengel.

„Zum ersten Mal war sie um diese frühe Uhrzeit nicht allein, in diesen wenigenMinuten, bevor der Tag still die Nacht aufsaugt, um Platz zu schaffen für die goldene Stunde.“

Eloise hat den Auftrag, Marie zu sich selbst zu führen, denn Marie ist seit langem nur für Andere da, und erfüllt mit der Weiterführung des Buchladens die Wünsche des Großvaters.

Die Beschreibungen von Paris sind C. Noir hinreissend gelungen. Der Traum des Buchladens in Paris mit seinen Metallgittern und den zur Decke reichenden Regalen ist wunderbar.

Die Figuren, die den Roman bevölkern sind Originale und lassen den Roman leuchten und warm wirken. Allerdings kann ich mit der Idee der Eloise webig anfangen. Ich frage mich auch, ob C. Noir mit dem Engel von Paris nicht zu viel gewollt hat. Ihre Geschichte wird von so vielen, mit Tiefe angelegten Figuren bevölkert, dass mir der Schutzengel zu viel ist. Leider.

Darüber hinaus finde ich die Erzählkunst von C. Noir großartig, die Figuren stimmig und freeue mich auf das nächste Buch – mit einer Geschichte ohne Engel.

Dankeschön an Pendo / Piper für das Leseexemplar.

 

Christel Noir

Der Engel von Paris

Pendo/Piper

ISBN: 978-3-86612-415-8

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Über Klaus Daniel 172 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.