18. September 2020

Elizabeth Joy Arnold: Einundachtzig Worte

Was für ein Buch!!!

Elizabeth Joy Arnold erzählt großartig!

„Chloe und Nate sind seit einer Ewigkeit verheiratet, als Nate eines Tages ohne Erklärung verschwindet. Alles, was er hinterlässt, ist ein kurzer Brief von einundachtzig Worten. Nate ist in ihre Heimatstadt zurückgekehrt – an jenen Ort, an dem vor vielen Jahren ihr Sohn spurlos verschwand. Ein tragischer Verlust, der Chloes und Nates Leben für immer veränderte und den auch ihr neues Leben und ihre gemeinsame Buchhandlung nicht heilen konnten. Bergen diese einundachtzig Worte die Chance für Chloe, die Vergangenheit endlich zu klären und ihre Liebe zu Nate wiederzufinden?“ (Klappentext)

Vergesst den Klappentext und den, im Nachhinein besehen, blöden Titel. Im Original heißt es „The Book of Secrets.“ Und hier wird schon deutlicher, worum es in diesem Buch geht. E.J. Arnold erzählt in einer fulminanten und spannenden Weise die Geschichte von untrennbar miteinander verbundenen Geschwistern, von glücklichen Kindheitserlebnissen, schlimmen Dramen und schweren Verlusten. Sie erzählt von einer besonderen Liebesgeschichte und davon wie die Schicksale aller Personen in diesem Stück verwoben sind.

„Das Gefühl der Vollständigkeit, das ich als Kind bei ihnen empfunden hatte, lag weniger an der Rolle, die sie alle in meinem Leben gespielt hatten, als an dem Menschen, der ich in ihrer Gegenwart war.“

Das Ehepaar, das das Verschwinden ihres Kindes nicht verwinden kann, hat sich in eine Existenz als Buchhändler gerettet, als die Vergangenheit sie zu weiterem Handeln zwingt. Die Geschichte

Foto: Klaus Daniel
Foto: Klaus Daniel

wirkt sehr dicht, Alles hat eine Bedeutung, jeder ist mit dem Anderen verbunden.

„Die Wut, das ist auch nur ein Versuch, mit dem Schmerz umzugehen. – man muss irgenwie mit ihm umgehen, darum trägt man ihn nach außen.“

Als Leser wurde ich mitgerissen durch die Entdeckungen der Rätsel, die Erinnerungen an glückliche und vergangene Ereignisse. und durch das, was zwischen den Zeilen stand.

E.J. Armstrong wechselt meisterhaft die persönlichen Perspektiven, führt ihre Protagonisten durch Rückblenden geschickt in die Vergangenheit zurück – und sie hält die Spannungsbögen dieser so besonderen Familiengeschichte so straff gespannt, dass dieses Buch kaum aus der Hand gelegt werden kann.

Hier war eine Literaturliebhaberin am Werk, denn die Bezüge zur Literatur und zu Geschichten sind wesentliche Teile dieser so hervorragend geschriebenen Geschichte.

Pfingsten Lesemarathon (#lblm)? Dieses wäre das richtige Buch dafür!!

 

 

Elizabeth Joy Arnold: Einundachtzig Worte

Diana Verlag  / Randomhouse

ISBN: 978-3-453-35800-3

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Über Klaus Daniel 178 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.