17. Juni 2019

Nina George: Das Traumbuch

Kennenlernen

Hast du das auch schon erlebt? Du möchtest gerne die Menschen dem Buch kennen lernen? Das ist mir mit dem Traumbuch passiert.

Ein Buch, in dem Grenzen verwischt werden

Sam ist dreizehn, Synästhetiker und sein Vater Henri, den er zuvor nie gesehen hat, liegt seit zwei Wochen im Koma im London Brain Centre. Sam ist in der Pubertät. Sein Freund Scott sagt

Die vermutlich peinlichste Zeit im Leben eines Mannes. Sie endet mit zirka siebzig.“

Eddie ist die ehemalige Freundin von Sams Vater und hin und her gerissen von der Tatsache, dass sie, nachdem sie lange nichts von Henri gehört hat, nun seine Patientenbeauftragte sein soll. Sie lernt Sam am Krankenbett von Henri kennen. Eddies Vater war einer der wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Er riet ihr vor dem Aufstieg in einem Leuchtturm nie die ganze Treppe anzusehen, sondern nur die erste Stufe. Und dann Stufe für Stufe.

„So lebst du in Herausforderungen hinein, die dir am Anfang größer vorkommen, als du. So kannst du es schaffen.“

Henri ist ehemaliger Kriegsberichterstatter. Er hat aufgrund seiner Lebenserfahrungen Entscheidungen getroffen, die nicht immer glücklich waren. Er ist oft seiner Angst und nicht seiner Sehnsucht gefolgt. In einer anderen Welt ist für Henri der Sinn des Lebens Sam beim Schlafen zuzusehen und Sam ist

„Sein kleiner Seismograph der unsichtbaren Wirklichkeiten“

Und dann ist da auch noch Maddie.

Kapitel für Kapitel wird aus der Sicht der Menschen erzählt, die dieses so gefühlvolle Buch bevölkern. Henri erlebt noch einmal seine gefährlichen Situationen als Kriegsberichterstatter und sein Treffen mit Mariefrance, der Mutter von Sam. Eddie erinnert sich an ihre Liebesgeschichte mit Henri und an das abrupte Ende ihrer gemeinsamen Zeit. Sie vermisst ihren verstorbenen Vater. Sam hat in der Realität mit sich zu kämpfen. Als Synästethiker sieht er Wörter und Zahlen als Farben. Er kann Menschen erspüren und ist hochbegabt. Er ist oft von der Welt unverstanden. Gut, dass er seinen Freund Scott hat.

Jeder dieser Menschen hat seinen eigenen Makrokosmos mit Menschen um sich herum, und sehnt sich doch nach Anderen und nach mehr Verständnis.

Nina George hat nicht nur ein ausnehmend spannendes Buch geschrieben, sie ist Sehnsüchten gefolgt und hat sich die Fragen beantwortet, was nach dem Tod bleibt und was zwischen Leben und Tod passiert.

Nina George: Das Traumbuch

Knaur Verlag

ISBN: 978 – 3 – 426 – 65385 – 2

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Über Klaus Daniel 174 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.