23. September 2018

#WomeninSciFi: Anne McCaffrey

Die sehr verehrte Birgit Böllinger vom Sätze und Schätze machte mit bei #WomeninSciFi und mich durch ihren tollen Beitrag darauf aufmerksam.

Erfinderin ist Sabine Delorme vom Blog Binge Reading & More, die feststellte, dass Frauen in der Science Fiction Literatur in Buchgeschäften unterrepräsentiert sind.

Science Fiction mag ich gerne in Crossover – Formaten. Die Verknüpfung mit Krimi, mittelalterlichem Geschehen, Fantasy, der Anspruch an Menschlichkeit und ethischer Reflexion mag ich mehr als die bloße Beschreibung von technisch – fortschrittlichen Geschehnissen und Welten.

Bei der Suche nach Büchern gucke ich nicht nach dem Geschlecht von Autor*innen, ich gucke nach Genres, sehe mir die Titel, Umschlaggestaltung und Klappentexte an und mache eine Leseprobe. Wenn es bis zur Leseprobe gekommen ist und mich diese zufriedenstellt, dann nehme ich`s. Deswegen bin ich immer mal wieder erstaunt, wenn ich herausfinde, dass irgendwem das Geschlecht von schreibenden Menschen wichtig ist.

Lieblingsautorin

Wenn mich allerdings jemand fragen würde, wer mein Lieblings – Science – Fiction – Autor ist, könnte ich sagen, dass ich den nicht habe. Ich habe eine Lieblings – Science – Fiction – Autorin. Sie begleitet mich schon viele Jahre durch mein Leben, auch wenn ihres seit einigen Jahren vorbei ist. Was ich sehr bedauere. Sie scheint ein besonderer Mensch gewesen zu sein, ich hätte sie gerne kennengelernt. Anne McCaffrey wurde 1926 geboren, sie verstarb 2011. Ich bin nicht sicher, ob mein Bruder Arnd mir ihre Bücher vorgestellt hat, oder ich ihm, wir führten jedenfalls einen regen Austausch. Wenn einer von uns eines der Bücher kaufte, wurde es nach erstem Lesen weitergereicht und zurückgegeben (Ähm ..)

Wie dem auch sei: Anne MCaffery ist für verschieden Science Fiction Serien bekannt und von ihren Leser*innen dafür geliebt, gemocht oder verehrt. Anne wusste dies und hieß ihre Leser*innen auf ihrer Website deshalb auf besondere Weise willkommen:

„Welcome to my website!

If you’ve come here, its probably because of the dragons.  Most people come because of the dragons.

Some come because of Helva, The Ship Who Sang, and I must say I admire your taste!  Helva is one of my favorite characters.

Some of you may have come because of The Tower and the Hive series.   Or Acorna.  Or Freedom’s Landing, The Powers that Be, or Crystal Singer and you’re all very welcome.

Look around, enjoy!

Ciao,

Annie“

 

Meine Serie sind die Pern Romane.

Anne McCaffrey hat nicht nur eine mögliche Zukunft für Menschen entworfen, sondern sie hat sich einen Planeten namens „Pern“ ausgedacht, den sie mit vielen Menschen bevölkert, die nach einer neuen Weltordnung leben, die nötig wurde als sich das Leben auf „Pern“, dem Planeten der als Kolonie besiedelt wurde, auf Umstände einstellen muss, auf die niemand durch die Kolonisationsplanungen vorbereitet wurde.

Im ersten Buch stellt McCaffrey nicht die Kolonialursprünge dar, sondern beginnt im prallen Leben des auf Pern aktuellen Mittelaltergeschehens, in das die Bevölkerung Perns zurückgefallen ist, nachdem die fortschrittliche Technik das Leben auf dem Planeten nicht sichern konnte. Die Lebensumstände auf Pern sind dem „roten Stern“ unterworfen. Alle 200 Jahren nähert sich dieser dem Planeten Pern. Dabei lösen sich von der Oberfläche des roten Sterns eiförmige Kapseln, die sich in der Atmosphäre von Pern in tödliche, fadenförmige Sporen entwickeln, im Sprachgebrauch der Bewohner Perns „Fäden“ genannt. Ausschließlich Feuer, Wasser, Stein und Metall schützen gegen die Fäden – Und: Die Drachen unter ihren Drachenreitern.

Besonders an den Drachenreiter – Romanen ist vieles: Die Vermischung der Genres, die handelnden Personen, die zu einem Cast zusammenwachsen, auch dadurch, dass Anne McCaffrey sich die Zeit genommen hat, ihren Charakteren den Raum zu geben, sich über mehrere Bücher zu entwickeln. Speziell hat mir immer gefallen, dass ich, der Leser, die Welt, das Leben und die Historie der Menschen auf Pern auf dem Wege der Erforschung durch die Bewohner*innen des Planeten und der Geschichten von Pern kennen lernte. Die Geschichten sind spannend – sie handeln vom Leben der Gesellschaft auf Pern, von den in Gilden organisierten Gemeinschaften, und natürlich den einzelnen Personen, die wichtige Persönlichkeiten für die Entwicklung der gesamten Geschichten sind, wie zum Beispiel  Menolly, die sich von der Ausreißerin zu … ach nein, das verrate ich nicht. 😉

Die Drachenreiter von Pern hatten viel zu lernen, zum Beispiel, dass die Frauen nicht nur Beiwerk sind, sondern wesentliche Impulsgeberinnen und dass natürlich auch sie auf ihren goldenen Drachen gegen die Fäden aufsteigen können, wollen und werden. McCaffrey entwickelte eine komplexe Welt mit bewunderns- wie hassenwerten Menschen in der es um Macht und Vorteilnahme ebenso ging wie um ein Leben in einer besseren Welt, in der Menschen nicht zurückbleiben, sondern am Wohlstand aller teilhaben.

Anne McCaffrey schuf Heldinnen und Helden, die sich mit Verstand und unter Einsatz des Lebens für Ideale einsetzten und eine Gesellschaft, in der dies möglich war. Mich hat sie damit sehr geprägt.

Eine gute Nachricht für McCaffrey – Freundinnen und Freunde gibt`s: Die meisten Bücher des Pern – Zyklus sind inzwischen für relativ günstige Preise als EBooks zu kaufen.

 

Anne McCaffrey

Die Drachenreiter von Pern

Randomhouse / Heyne

 

 

 

 

 

Um diese zu bekämpfen, werden die einheimischen flugfähigen Feuerechsen zu Drachen herangezüchtet und es entwickelt sich eine Machtgruppe, die Drachenreiter.

 

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Über Klaus Daniel 165 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.

2 Kommentare zu #WomeninSciFi: Anne McCaffrey

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