20. November 2019

Leipziger Hörproben – Teil 1

Die Idee zu diesem Beitrag entstand auf der Leipziger Buchmesse. Klaus berichtete bereits davon, dass wir erstmals die Messe zu viert besucht haben. Natürlich habe ich mich zuallererst (na gut, vielleicht nicht ganz zuerst, das Antiquariat war einfach zu verlockend) dem Genre des Hörbuchs gewidmet. Klaus hat bereits seinerzeit beschrieben, dass die Ausbeute dabei leider überschaubar war, dennoch habe ich zwei sehr interessante Dinge gefunden.

Zum einen wurde das Buch, welches ich als Erstes überhaupt bewusst selber gelesen haben (inklusive Ausleihe aus der Schwerter Stadtbibliothek) als Hörbuch aufgelegt. „Als die Tiere den Wald verließen“ wird dabei sogar von Uve Teschner gelesen. Ganz sicher werde ich darüber auch einen Blog schreiben, aber erst später. Zum anderen entstand eine interessante Idee, die darauf basiert, dass die verschiedenen Verlage so genannte Hörproben verschenkten. Auf diesen Hörproben gibt es Auszüge aus vielen Hörbüchern der aktuellen (oder nicht ganz so aktuellen) Kollektion. Der Plan für diesen Beitrag besteht nun darin, sich eine dieser Hörproben-CDs komplett anzuhören und zu bewerten was man dabei so gehört hat. Und damit fange ich jetzt auch an…

Ich habe mich für eine Hörprobe von „Random House Audio“ entschieden. Die Hörprobe beinhaltet 29 unterschiedliche Titel, die eine Länge von jeweils ca. fünf Minuten haben. Die hier vorgestellte Sammlung soll den Winterkatalog 2019 abbilden. Ich werde zum jeweiligen Titel ein paar persönliche Anmerkungen machen. So hoffe ich den Sinn der Hörprobe zu übertragen, nämlich neugierig zu machen oder eben auch nicht.

 

01) Möge die Stunde kommen Jeffrey Archer Sprecher: Erich Räuker

Der Auftakt des Hörprobenmarathons gestaltet sich leider langweilig. Trotz Einleitung und Erklärung (gibt es vor jedem einzelnen „Track“) packt es mich nicht. Es handelt sich um den sechsten Teil der Clifton Saga und vermutlich ist das nicht die beste Stelle. Der gute Sprecher reißt es nicht raus.

 

02) Driving Miss Norma Tim Bauerschmidt Sprecher: Christian Berkel & Andrea Sawatzki

Hätte es mal mit diesem Stück angefangen. „Driving Miss Norma“ würde ich mir anschaffen. Ein Road Trip mit der eigenen Mutter und der Ehefrau durch Amerika. Ein toller Ausschnitt. Leider ist hier nur Christian Berkel zu hören, aber der liest toll.

 

03) Die Orleanderschwestern Cristina Caboni Sprecherin: Nicole Engeln

Puh. Das ist inhaltlich so überhaupt nicht meins. Der Ausschnitt enthält sehr detaillierte Beschreibungen der Umgebung, sehr blumig und schön. Die Stimme ist sympathisch und melodisch. Aber mir kommt es vor, als solle ich die ganze Zeit belehrt werden.

 

04) Das kleine Hörbuch vom achtsamen Leben Patrizia Collard Sprecherin: Daniela Hoffmann

Sollte man nicht kaufen.

 

05) Die Kinder Wulf Dorn Sprecher: David Nathan

David Nathan ist der beste Sprecher für Hörbücher, den ich kenne. Deswegen bin ich voreingenommen. Ob ich mir dieses Hörbuch kaufen würde, weiß ich trotzdem nicht. Aber zumindest recherchieren werde ich.

 

06) Ivy und Abe Elizabeth Enfield Sprecherin: Gabriele Blum  

Ich stehe überhaupt nicht auf Liebesgeschichten, aber der Auszug aus „Ivy und Abe“ hat mich sehr angesprochen. Eine tolle Vorleserin und ein gut gewählter Ausschnitt führten dazu, dass ich wissen möchte wie es weitergeht und wie die Geschichte der beiden Hauptfiguren sich entwickelt.

 

07) Blutzeuge Tess Gerritsen Sprecherinnen: Tanja Geke & Britta Steffenhagen

Das nächste Hörbeispiel hat mich erst mal verwirrt. Tess Gerritsen hat Romane verfasst, auf denen die Fernsehserie „Rizzoli und Isles“ basiert. Ich kenne die ehrlich gesagt gar nicht und konnte mit der Anpreisung, dass die Synchronstimme von „Jane Rizzoli“ vorliest, nicht viel anfangen. Die Stimme entpuppt sich jedoch als sehr gefällig. Zu Beginn fiel es allerdings schwer zu unterscheiden, wann unterschiedliche Personen sprechen. Die Handlung hat mich jedoch nicht so gepackt, das klang alles wie ein Plot, den man irgendwie schon kennt. Das würden Kenner*innen der Serie vielleicht anders beurteilen.

 

08) Das Original John Grisham Sprecher: Charles Brauer

Beim nächsten Exempel war ich froh, dass es sich nur um einen Ausschnitt handelte. Charles Brauer hat eine tolle Stimme, aber er liest so langsam, dass es für mich kaum auszuhalten ist. Hinzu kommt der ultralangweilige Plot des John Grisham Thrillers. Bitte seht es mir nach, Freunde John Grishhams, aber dieses Hörbuch werde ich definitiv meiden.

 

09) P.S.: Der Blitz soll Sie beim Scheißen treffen E. Haffner & D. Gromer Sprecher: Frier & Giermann

„Der Blitz soll Sie beim Scheißen treffen“ ist der Name des Buches, aus dem als nächstes vorgelesen wird. Ich bitte darum mir nachzusehen, dass bei einem Buchtitel der so klingt, bei mir große Skepsis herrscht. Diese hat sich auch bestätigt, es wurden zwei Briefe vorgelesen – das ist das Konzept des Buches, witzige Briefe zur verschiedenen Anlässen (hier „eine ehrliche Bewerbung“ und die Mitteilung der minderjährigen Tochter an ihre Eltern, schwanger zu sein) – die ich überhaupt nicht witzig fand, sondern einfach nur platt und klamaukig. Würde ich mir nie anschaffen, so ein Werk.

 

10) München Robert Harris Sprecher: Rank Arnold

Zum Glück wurde es anschließend gehaltvoller. „München“ von Robert Harris spielt im Jahre 1938. Die vorgetragene Stelle spielt in England, ein Mann trifft sich mit seiner Frau in einem Restaurant, es entwickelt sich eine undurchsichtige Unterhaltung. Das ist gut gelesen und ich finde es spannend.

 

11) Into the Water Paula Hawkins Sprecherin: Britta Steffenhagen u. A.

Gelesen wird hier von drei Sprecher*innen, die der jeweiligen Erzählperspektive ihre Stimme verleihen. Eine interessante Machart, die mir so zum ersten Mal begegnet ist. Die Sprecher*innen sind gut gewählt. Dem Plot dieses Ausschnitts zu folgen gelingt mir jedoch nicht so richtig.

 

12) Ab morgen wird alles anders Elke Heidenreich Sprecherin: Elke Heidenreich

Elke Heidenreich erklärt zu Beginn der Hörprobe, dass sie als eine Art Quintessenz ihrer bisherigen Werke, bestehend vor allem aus Kolumnen und Glossen, dieses Buch geschrieben hat. Sie liest selbst und tut das erfrischend und so, dass ein Funke überspringt. Für mich ist das zwar nichts, aber ich finde es durchaus interessant.

 

13) Ohne Liebe trauern die Sterne Hannelore Hoger Sprecherin: Hannelore Hoger

Hannelore Hoger erzählt aus ihrem Leben. Der hier gewählte Ausschnitt aus ihrer Biografie lässt sich interessant an. Für Fans sicher eine gute Sache, alle Anderen müssen selber entscheiden.

 

Die Hörproben 14 bis 29 folgen in genau einer Woche an der gleichen Stelle…

 

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