17. Juni 2019

Anne Delaflotte: Mathilde und der Duft der Bücher

Der Duft der Bücher

Die junge Buchbinderin Mathilde macht sich in der Provinz der Dordogne mit einem eigenen Atelier selbstständig. Ihre Restaurationsaufträge bekommt sie zunächst vom Bürgermeisteramt.

Mathilde hat sich schon ein wenig in dem fremden Dorf eingelebt, sie kennt die eigenartigen Bewohner ihrer Dorfstraße zu denen schon freundliche Kontakte entstanden sind, als ein junger Unbekannter ein ungewöhnliches Buch zum Restaurieren zu Mathilde bringt.

„Das Regenwasser lief ihm übers Gesicht, an den langen schwarzen
Wimpern hingen Tropfen, an seinem Matrosen-Ciré-Umhang
rann das Wasser herab.“

Leider hinterlässt der junge Mann keine Kontaktdaten, so dass sich Mathilde auf eine umständliche Suche nach ihm und seiner Familie macht. Die Suche wird Mathilde von den Bewohnern ihres Dorfes nicht leicht gemacht, denn da ist noch eine Liste mit Namen, die in dem Buch versteckt war und eine Verbindung mit der Resistance im 2. Weltkrieg herstellt, was nicht jedem nach so langer Zeit gefällt.

Diese Gegenwartsgeschichte aus dem dörflichen Frankreich liest sich zunächst recht munter, wäre da nicht die Namensliste. So wird denn doch auch eine kleine Kriminalgeschichte daraus.

So ganz kann ich die Begeisterung der Cosmopolitan nicht nachvollziehen „Seitenweise Glück“ , denn Mathilde ist nicht seitenweise glücklich, und das ist auch gut so. Sonst würde sie sich nicht auf die Suche nach dem jungen Mann und seiner Geschichte machen. Sie hätte keine Zukunftsangst und würde sich nicht nach ihrem Großvater sehnen, der verstorben ist. Und sie müsste sich nicht mit Cyrano, dem romantischen Versdrama von Rostand, durch den Alltag trösten.

Fazit: Ein feines Buch für einen lauen Frühlingsabend, vielleicht während der Vorbereitungen eines Frankreich – Aufenthaltes?

 

Anne Delaflotte: Mathilde und der Duft der Bücher

rororo

ISBN: 978 – 3 – 499 – 25263 – 1

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Über Klaus Daniel 174 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.