9. August 2020

Arto Paasilinna: Der wunderbare Massenselbstmord

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Vermeintlich letzte Fragen:

„Hätte er einen Abschiedsbrief auf dem Tisch zurücklassen sollen? Um was zu schreiben? Adieu, liebe Kinder, versucht klarzukommen, euer Vater hat seinen Entschluss gefasst …? Und an seine Frau gerichtet: Tadle mich nicht …?
Onni Rellonen stellte sich die Reaktion seiner Frau vor, während sie die Worte las. Ihr Kommentar wäre vielleicht:
-Krmh.-„

Onni Rellonen unglücklich verheirateter Bauunternehmer, Walzblechfabrikant und Wäschereibesitzer, ist fertig mit dem Leben. Während sich das übrige Finnland den exzessiven Johannisnachtfeiern hingibt, sucht Rellonen missmutig seine Scheune auf, um sich dort ungestört erschießen zu können. Das klappt nicht, denn kaum durch das Tor gegangen, findet er einen anderen Selbstmordkandidat. In letzter Sekunde rettet Rellonen den verwitweten Oberst Hermanni Kemppainen vor dem Tod am selbstgeknüpften Strick. Wie das wohl in Finnland so ist, gehen sie auf den Schrecken erst einmal einen Trinken und dann in die Sauna.

Die beiden Männer kommen ins Gespräch, und weil es den beiden zufallsbekannten Selbstmördern eine gute Idee erscheint, beschließen sie, anderen Gleichgesinnten die Möglichkeit zum gemeinsamen Massenselbstmord zu geben.

„Man könnte die letzten Stunden in angenehmer Gesellschaft verbringen und vielleicht gäbe es ja sogar Rabatt auf die Todesanzeigen …“

Auf ihr Inserat antworten mehr als 600 selbstmordbereite Finnen, was nur der Beginn vieler logistischer und anderer Schwierigkeiten für den Plan mit einem Luxusbus einen Ort für den gemeinsamen Selbstmord zu finden.
Je länger die Fahrt dauert, umso mehr Zeit haben die Reisenden sich gegenseitig kennenzulernen und Alternativen für ihre in Veränderung befindlichen Pläne zu entwickeln.
Mit „Der wunderbare Massenselbstmord“ schlägt Arto Paasilinna dem Fass der skurrilsten Geschichten den Deckel und den Boden aus. Der Roman strotzt vor Situationskomik, er ist überbordend irrsinnig und lustig –

Kaufen, lesen und nochmal lesen!!

Arto Paasilinna: Der wunderbare Massenselbstmord

Bastei Lübbe

ISBN: 978-3-404-17070-8

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Über Klaus Daniel 178 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.