28. November 2020

Carlos Maria Dominguez: Das Papierhaus

Autsch – lesend überfahren

kann es einen schöneren Tod… äh lassen wir das.

Bluma, Literaturdozentin an der Uni Cambridge ist bücherbegeistert. Doch genau diese Leidenschaft wird ihr zum Verhängnis, kurz nachdem sie in einer Buchhandlung eine alte Ausgabe der „Gedichte“ von Emily Dickinson gekauft hat und sich ins Buch vertieft, wird sie von einem Auto überfahren.

Somit wird die Bühne frei für ihren Nachfolger, einen Dozenten, der mit Bluma nicht nur die Leidenschaft zu Büchern geteilt hatte. Ein ramponiertes Buch, versehen mit der Widmung der ehemaligen Geliebten, bringt den Erzähler dazu, sich auf eine Reise zu machen. Er will den Absender kennen lernen und die Geschichte hinter dem Buch.

Auf seiner Reise lernt der Erzähler Bücherfreunde kennen und er erfährt von Bibliophilen die zu Bücherwahnsinnigen geworden sind.

Diese Liebeserklärung an die Welt der Bücher und das Lesen ist hypnotisierend und lässt ahnen, wie merkwürdig und skurril Sammelwütige werden können.

Mir gefällt das Buch wegen seiner kuriosen Gestalten. Wegen des unaufdringlichen und doch packenden Erzählstils. Und es lässt mich schaudern, wenn ich mir das Papierhaus vorstelle.

 

Carlos María Domínguez: Das Papierhaus

Inselverlag

ISBN: 978 – 3 – 458 – 17615 – 2

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Über Klaus Daniel 178 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.