24. August 2019

Claude Izner: Der Leopard von Paris

Kein Krimi – sondern ein historischer Kriminalroman

Paris 1873,

der Aufstand der Kommunarden wird blutig niedergeschlagen und viele Menschen mit dem Tode bestraft. Was die sogenannte „blutige Maiwoche“ mit den Mordfällen im Jahr 1893, also zwanzig Jahre später verbindet, werden wir später noch erfahren.

Der Buchbinder Pierre Andrésy, ein guter Freund von Victor Legris und Kenji Mori, den Inhabern der Buchhandlung Elzévir und ihrem Angestellten Joseph Pignot, ist bei einem Brand in seinem Geschäft ums Leben gekommen. Ein Hinweis, dass der Brand kein Unfall war, deutet auf den mysteriösen Leopard, der auch für Mordfälle, die sich im weiteren Verlauf ereignen, verantwortlich sein soll.

Merkwürdig, dass gleichzeitig ein wertvolles persisches Manuskript, dass bei dem Brand verschwunden ist, wieder auftaucht.

Die Männer aus dem Elzévir forschen nach und entdecken die Verbindungen zwischen den Verbrechen. Ob Sie allerdings den Leopard stellen?

Die Autorinnen dieses schwer-gewichtigen Kriminalromanes sind Kennerinnen der Geschichte von Paris und sie lieben Literatur. Sie beschreiben ein Paris auf dem Weg in das 20. Jahrhundert, als hätten sie die Jahrhundertwende miterlebt. Sie entwirren ihre vertrackt wirkende Geschichte mit einem Gespür für Einzelheiten und verbinden sie mit feinstem Historien – Wissen. Sie leihen ihren Protagonisten Textstellen aus der breiten französchen Klassik – auch beim Liebesspiel:

„Er nahm das herrliche Geschenk ihres Körpers an, wie ein unschätzbares Gut, das er durch die Gewalt seiner Liebe errungen hatte.“ (Emile Zola)

Dieser Roman wird abgerundet mit  Fußnoten, hilfreichen Übersetzungen sowie zahlreichen Literaturhinweisen, die helfen die verwendeten Zitate im Zusammenhang nachzulesen. Er ist intensiv, sehr dicht geschrieben, verlangt Aufmerksamkeit beim Lesen und macht Lust darauf, diese unglaubliche Zeit in Paris noch weiter zu erforschen.

 

Claude Izner: Der Leopard von Paris

Pendo / Piper

ISBN: 978 – 3 – 86612 – 393 – 9

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Über Klaus Daniel 174 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.