13. November 2019

Krimireihen: Christian v. Ditfurth – oder – Eigentlich ist Herr Bachmann schuld


Als wir uns zum Bücher stöbern und genießen von Herrn Bachmann (nein, nicht dem Autoren, sondern dem Buchhändler) in seinem Laden einschließen ließen, fragte ich Ihn: „Herr Bachmann, kann man Kommissar De Bodt gut lesen, auch, wenn man die vorhergehenden Fälle nicht kennt?“

Herr Bachmann war nicht so gut informiert (also, er hatte den Krimi noch nicht gelesen), deswegen sagte er, er wüsste es nicht, aber wenn ich es gelesen habe, könnte ich ihn informieren.

Informiert habe ich Herrn Bachmann nicht, nachdem ich Kommissar De Bodts vierten Fall bei ihm gekauft und bald auch gelesen hatte. Wenn Sie es also lesen, Herr Bachmann: Es ist sinnvoll, die Serie um De Bodt von Band 1 an zu lesen. Unsere (also Björns) Regel, Serien immer mit Band 1 zu beginnen, hat Kommissar De Bodt für mich zementiert. Fall vier ist mitreißend, cool, hart und extrem aktuell. Es ist nicht einfach ein Krimi, sondern gleichzeitig eine Reflexion der Zeit, die ich erlebe. Wow.

Der Autor, Christian von Ditfurth, hat um Eugen De Bodt einen Mikrokosmos geschaffen, der von Menschen bewohnt wird, deren Loyalität sehr unterschiedlich ausgerichtet sind, von denen einige ..

achso, ich komme etwas vom Thema ab –

Ich hatte mich an anderer Stelle über Serien ausgelassen. Dabei war mir wichtig:

„Für mich bestehen wichtige Unterschiede zwischen Geschichten, die nie zum Ende kommen, weil der Held immer weiterreitet und solchen, in denen die mir inzwischen liebgewordenen Helden einfach immer neue Abenteuer erleben – oder noch typischer für Krimis, die lieb gewordenen Kriminalermittler*innen immer neue Fälle lösen; denn es ist durchaus interessant, die Heldin oder den Helden näher kennen zu lernen.“

Nachdem mir über Herrn Bachmann nun also der Autor Christian von Ditfurth aufgefallen ist, habe ich einige Monate darauf verwendet mir seine Serien auf Flohmärkten, in Antiquariaten im Internet und natürlich dem gut sortierten Buchhandel zusammenzukaufen. Auf dem Wege dahin sind mir einige andere Buchreihen von interessanten und spannenden Krimis aufgefallen, die nicht nur meinen Sammeltrieb, sondern auch mein aktuelles Leseverhalten beeinflusst haben.

Es wird also in der nächsten Zeit von mir einige Vorstellungen von Krimi – Buchreihen geben.

Heute bleibe ich bei Herrn v. Ditfurth und Herrn De Bodt.

Wie also schon begonnen:

Der Autor, Christian von Ditfurth, hat um Eugen De Bodt einen Mikrokosmos geschaffen, der von Menschen bewohnt wird, deren Loyalität sehr unterschiedlich ausgerichtet sind, von denen einige eben diese Loyalität voll auf De Bodt ausgerichtet haben: weil es menschlich zwischen ihnen stimmt, weil de Bodt fasziniert und weil er seine Mitarbeitenden schätzt und ernst nimmt.

Das hat mich sehr begeistert. So sehr, dass ich auf Büchermärkten die drei Vorgängerbände um den in Berlin tätigen Kommissar gestöbert und adoptiert habe.

Christian von Ditfurth schreibt politisch (vielleicht nicht immer korrekt), sehr pointiert, mit klarer Sprache und hat einen ausgesprochenen Sinn für Spannungsbögen; sein Blick auf Milieus ist sehr dezidiert. Die Summe all dessen, kombiniert mit einem guten Gefühl für Atmosphäre, und einer umfassenden Bildung, an der er Lesende teilhaben lässt, bringt spannende und intelligente Krimis hervor, in denen es nicht um billige Effekte geht.

Bislang gibt es fünf Bände der Reihe. Mit Heldenfabrik begann es 2014.

De Bodt hat sich aus familiären Gründen, die ihn durch die Reihe begleiten, von Hamburg nach Berlin versetzen lassen. Er trifft dort auf eine Polizeidirektion, die es in sich hat. Hier herrschen Neid und Missgunst und es sind nicht immer die geistig fähigsten Menschen, die an den entscheidenden Positionen stehen. De Bodt mischt diesen Haufen auf, nervt mit vertieft  philosophischem Wissen und lässt dabei selbst genügend Federn.

Eine Rezension, mit der ich im Wesentlichen übereinstimme, wenn auch ganz sicher nicht mit den Gründen Herrn v. Ditfurth zu lesen, hat Tina vom Blog „Fluchtpunkt Lesen“ geschrieben. Sie ist hier zu lesen.

Mich überzeugt v. Ditfurths Kommissar De Bodt absolut. Deswegen freue ich mich, dass ich in der kommenden Woche mit dem Ultimatum anfangen kann. *freu*.

 

 

Heldenfabrik (2014)

Penguin Verlag

ISBN: 978-3-328-10085-0

 

Zwei Sekunden (2016)

carl’s books / Penguin

ISBN: 978-3-328-10159-8

 

Giftflut (2017)

carl’s books

ISBN: 978-3-328-10331-8

 

Schattenmänner (2018)

C. Bertelsmann Verlag

ISBN: 978-3-570-10352-4

 

Ultimatum (2019)

C. Bertelsmann Verlag

ISBN: 978-3-570-10342-5

 

Teile diesen Beitrag.
Über Klaus Daniel 176 Artikel
Aufgewachsen bin ich mit Karl May. Tom Sawyer war ein Held meiner Kindheit. In Onkel Toms Hütte wollte ich einmal leben. Mein Hund sollte Jerry heißen. Ohne zu Lesen geht es nicht. Dabei ist kein Genre ausgeschlossen. Ich liebe Geschichten mit Happy End.